Wildunfälle gehören zu den unterschätzten Gefahren im Straßenverkehr. Es wird laut Tierfund-Kataster davon ausgegangen, dass auf deutschen Straßen mindestens alle zweieinhalb Minuten ein Wildunfall mit großen Säugetieren passiert. Besonders in bestimmten Regionen und zu bestimmten Zeiten kann die Gefahr von Wildunfällen deutlich ansteigen. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf potenzielle Gefahrenstellen und geben Tipps, worauf Autofahrer achten sollten, um sich vor Wildunfällen zu schützen.
Windunfälle: Wo ist die Gefahr am größten?
Die Gefahr von Wildunfällen ist besonders hoch an Stellen, die sich in der Nähe von Wäldern, landwirtschaftlichen Flächen und Gewässern befinden. Hier sind einige typische Stellen, an denen die Gefahr durch Wildunfälle erhöht ist:
- Waldränder: Der Übergang zwischen Wäldern und offenen Straßen ist eine potenzielle Gefahrenstelle. Wildtiere wie Rehe oder Wildschweine können plötzlich aus dem Wald auf die Fahrbahn treten.
- Landwirtschaftliche Flächen: In der Nähe von landwirtschaftlichen Feldern und Wiesen besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Tiere können aus diesen Gebieten auf die Straße gelangen.
- Gewässer: Fluss- oder Bachufer können ebenfalls Orte sein, an denen Wildtiere die Straße überqueren, um von einem Gewässer zu einem anderen zu gelangen.
- Grünbrücken und Wildwechsel: An Stellen, an denen spezielle Einrichtungen wie Grünbrücken oder Wildwechsel eingerichtet sind, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Wildtiere die Straße überqueren.
- Ruralere Gebiete: Generell ist die Gefahr von Wildunfällen in ländlichen und abgelegenen Gebieten höher, da die Natur dort oft direkt an die Straßen angrenzt.
- Straßen mit schlechter Beleuchtung: Straßenabschnitte mit unzureichender Beleuchtung erhöhen das Risiko von Wildunfällen, insbesondere in der Dämmerung und nachts.
Wann passieren Wildunfälle typischerweise?
Wildunfälle treten häufig in den Morgen- und Abendstunden auf. Dies liegt daran, dass viele Wildtiere zu diesen Zeiten besonders aktiv sind. In der Dämmerung und während der Nacht sind die Sichtverhältnisse für Autofahrer oft schlechter, was das Risiko von Wildunfällen zusätzlich erhöht. Die genaue Häufigkeit von Wildunfällen kann jedoch von ganz verschiedenen Faktoren abhängen, darunter der geografischen Lage, den Jahreszeiten und lokalen Wildpopulationen. Dem deutschen Jagdverband zufolge ist der Monat April der mit den meisten Wildunfällen.
Generelle Häufungen von Wildunfällen sind zu beobachten bei:
- Dämmerung und Nacht: Wildtiere sind in der Dämmerung und Nacht besonders aktiv. In diesen Stunden besteht ein erhöhtes Risiko von Wildunfällen, da die Sichtverhältnisse eingeschränkt und Wildtiere schwerer zu erkennen sind.
- Jahreszeiten: In bestimmten Jahreszeiten, insbesondere im Herbst während der Brunftzeit und im Frühjahr bei der Futtersuche, kann die Wahrscheinlichkeit von Wildunfällen steigen.
- Verhaltensweisen von Wildtieren: Das Verhalten von Wildtieren, wie beispielsweise deren Wanderungen oder Wanderungen auf der Suche nach Nahrung, kann die Wahrscheinlichkeit von Wildunfällen beeinflussen.
- Verkehrsbelastung: Straßenabschnitte mit hoher Verkehrsbelastung können ebenfalls das Risiko von Wildunfällen erhöhen, insbesondere wenn sie durch Gebiete mit hoher Wildpopulation führen.
Worauf sollten Autofahrer achten?
Um Wildunfälle zu vermeiden, ist es wichtig, dass Autofahrer aufmerksam und vorausschauend fahren, insbesondere in Gebieten, in denen die Wahrscheinlichkeit von Wildwechsel hoch ist, also potentiellen Gefahrenbereichen. Nachfolgend finden Sie einige Tipps, worauf Autofahrer achten sollten:
- Moderate Geschwindigkeit: Reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit, besonders in ländlichen und bewaldeten Gebieten sowie in Bereichen, die als Wildwechsel-Zonen bekannt sind. Eine moderate Geschwindigkeit ermöglicht es Ihnen, rechtzeitig zu reagieren, wenn ein Tier die Straße überquert.
- Dämmerung und Nacht: Seien Sie besonders aufmerksam während der Dämmerung und in der Nacht, wenn Wildtiere besonders aktiv sind. Verwenden Sie Ihre Scheinwerfer, um die Straße gut auszuleuchten, und schalten Sie das Fernlicht ein, wenn dies sicher möglich ist.
- Warnschilder beachten: Achten Sie auf Warnschilder, die auf Wildwechsel hinweisen. Diese Schilder werden oft in Gebieten aufgestellt, in denen vermehrt Wildtiere die Straße überqueren.
- Abstand halten: Halten Sie ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, insbesondere wenn Sie durch Waldgebiete oder in der Nähe von Gewässern fahren. Dies gibt Ihnen mehr Zeit zum Reagieren, wenn ein Tier plötzlich die Straße überquert.
- Blinklichter verwenden: Wenn Sie in einer Gegend mit hoher Wildpopulation unterwegs sind, verwenden Sie Ihre Blinklichter, um andere Fahrer auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen. Dies kann besonders bei schlechten Sichtverhältnissen nützlich sein.
- Nachtsichtassistenten nutzen: Einige moderne Fahrzeuge sind mit Nachtsichtgeräten oder anderen assistiven Technologien ausgestattet. Wenn Ihr Fahrzeug über solche Funktionen verfügt, nutzen Sie diese, um Tiere auf der Straße frühzeitig zu erkennen.
- Aufmerksamkeit steigern: Vermeiden Sie Ablenkungen während der Fahrt, insbesondere in Gebieten mit hoher Wildpopulation. Seien Sie aufmerksam und konzentrieren Sie sich auf die Straße.
- Hupen als Warnsignal: Falls sich ein Tier auf der Straße befindet, verwenden Sie die Hupe als Warnsignal, um es zu vertreiben. Mit den Scheinwerfern bzw. Fernlicht aufzubleiben empfiehlt sich hingegen nicht, das helle Licht verwirrt die Tiere und kann sie orientierungslos machen, so dass sie sich nicht bewegen.
- Gruppenverhalten von Tieren beachten: Wenn Sie ein Tier auf der Straße sehen, seien Sie darauf vorbereitet, dass weitere Tiere folgen könnten. Tiere wie Rehe oder Hirsche reisen oft in Gruppen.
- Nicht ausweichen: Unkontrolliertes ausweichen ist gefährlicher, als ein Tier anzufahren. Nehmen Sie dies im Zweifel lieber in Kauf. Ein möglicher Zusammenstoß mit dem Tier ist Tests zufolge für Fahrer und sonstige Insassen weniger gefährlich, als bei einem Ausweichmanöver bspw. mit einen Baum oder anderen Fahrzeug zu kollidieren.
- Im Falle eines Zusammenstoßes mit einem Tier: Sichern Sie die Unfallstelle ab und benachrichtigen Sie die Polizei. Lassen Sie sich für Ihre Versicherung eine Wildunfallbescheinigung aushändigen. Der Schaden wird in der Regel von der Teilkaskoversicherung abgedeckt.
Fazit: Vorsicht schafft Sicherheit
Die Vermeidung von Wildunfällen erfordert bewusst vorausschauendes Fahrverhalten und die Beachtung spezifischer Vorsichtsmaßnahmen. Indem Sie als Fahrer unsere Tipps beherzigen und sich der potenziellen Gefahren bewusst sind, können sie nicht nur ihre eigene Sicherheit, sondern auch das Wohlergehen von Wildtieren fördern.

